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Titelbild Fachtag 2014

Fachtag Spritzgiesstechnik 2014

// Class A Oberflächen und die Folgen für Werkzeug und Prozess

Eine Class A Oberfläche ist durch eine brillante hochglänzende Formteiloberfläche ohne sichtbare Fließ-/Bindenähte gekennzeichnet. Problem ist, dass sich bei Formteilen mit Durchbrüchen oder mehreren Anspritzungen Fließnähte nicht vermeiden lassen. Hier ist zur optimalen Verbindung der Schmelzeströme eine hohe Wandtemperatur erforderlich, die im Widerspruch zu einer kurzen Zykluszeit steht.

Für eine wirtschaftliche Spritzgießfertigung sind vier Punkte von entscheidender Bedeutung:

  1. Die Wandtemperaturen werden an den kritischen Stellen gemessen und aufgezeichnet.
  2. Thermische Massen und Temperiertechnik sind bewertet.
  3. Werkzeugbelastungen sind bekannt und die geplante Standzeit ist geprüft.
  4. Die Abmusterung wird auf die durchgeführten Optimierungen abgestimmt.

Der Fachtag 2014 behandelte diese Punkte und stellte Zusammenhänge dar.

Inhalte

Von zentraler Bedeutung ist die Wandtemperatur über Zyklus und Serie, sie muss an den wichtigen Stellen mit einem Sensor gemessen und aufgezeichnet werden. So kann die Formteilqualität bewertet und die Fertigung überwacht werden.

Beiträge: Wandtemperatur verstehen, messen und aufzeichnen.

Soll die Wandtemperatur ein aktiver Stellparameter sein und über einen Spritzzyklus variiert werden können, steht die thermische Masse, das Temperiersystem sowie das Temperiergerät im Mittelpunkt.

Beiträge: Konturnahe Temperierung und spezielle Temperiertechnik.

Die Werkzeugstandzeit ist ein weiterer wichtiger Punkt. Wie können Praktiker die Auswirkungen thermischer und mechanischer Belastungen beurteilen.

Beiträge: Schwellende Belastungen im Spritzgießwerkzeug, gezielte Auswahl des Werkzeugstahls und unterschiedliche Werkzeugauslegungen.

Änderungen am Werkzeug und in der Technik erfordern eine geänderte Herangehensweise bei der Abmusterung. Die Serienfertigung liefert so das Optimum an Teilequalität und Wirtschaftlichkeit.

Beiträge: Wirtschaftliche Spritzgießfertigung beginnt beim Abmustern und das Patent „Verfahren zur Temperierung von Spritzgießwerkzeugen“.

// Programm

Dipl.-Ing. (FH) Joachim Hannebaum
IngenieurBüro Hannebaum. Aalen.
09.00 Uhr
Wie lässt sich eine hohe Teilequalität wirtschaftlich fertigen?
  • Pflichtenheft für die Fertigung einer Class A Oberfläche
  • Der Stellparameter mit der größten Wirkung
  • Folgen für Werkzeugbau und Temperiertechnik
  • Kontakttemperatur: Zeitlicher und örtlicher Verlauf
  • Sensorpositionierung
  • Schnittstelle zum Spritzprozess
M. Sc. Harald Class
IngenieurBüro Hannebaum. Aalen.
09.40 Uhr
Wandtemperaturen und Festigkeiten von Spritzgießwerkzeugen in der Simulation
  • Analyse der Werkzeugwandtemperatur
  • Wirkung unterschiedlicher Durchsätze und Temperiermedien
  • Variothermie
  • Mechanisch und thermisch induzierte Spannungen im Spritzprozess
10.20 Uhr
Pause
Frank Elsenbach
Rössel-Messtechnik GmbH. Werne.
10.40 Uhr
Temperaturerfassung im Spritzguss für den Praktiker
  • Auswahl des geeigneten Thermoelementtyps
  • Vor- und Nachteile der verschiedenen Thermoelementtypen
  • Konfiguration der verschiedenen Thermoelementtypen
  • Zubehör zur Messtechnik
  • Kriterien beim Einbau und Anschluss an die Kontrolleinheit
  • Fehlerquellen und Abhilfe
  • Temperaturkontrolle: Aufzeichnung, Visualisierung
Bernd Klötzer
bkl lasertechnik. Rödental.
11.20 Uhr
Generative Fertigung: Thermische Massen und Wärmeleitung beeinflussen
  • Beispiele konturnaher Kühlungen
  • Unterschiede serieller, paralleler und flächiger Temperierungen
  • Mediumsführungen, entkoppelt und separat
  • Masse des Rückraums reduzieren
Dipl.-Ing. (FH) Andreas Braun
E. Braun GmbH. Kammerstein.
11.50 Uhr
Auswirkungen des Wärmeträgers auf die Prozesse bei Wechseltemperierung
  • Vergleich von Temperiermedien
  • Gegenüberstellung verschiedener Gerätetechniken
  • Steuerung und Regelung mit gekoppeltem Wandtemperatursensor
  • Anwendungsbeispiele und Prozesswerte
12.20 Uhr
Mittagspause
Prof. Dipl.-Ing. Peter Wippenbeck
SIZK - Steinbeis Innovationszentrum Kunststofftechnik. Aalen.
13.30 Uhr
Schwellende Belastung im Spritzgießwerkzeug
  • Vorgaben
  • Mechanische und thermische Belastungen
  • Werkstoffe
  • Abschätzungen
Dipl.-Ing. (FH) Volkmar Dumm
EschmannStahl GmbH & Co. KG. Gummersbach.
14.00 Uhr
Werkzeugstähle für den Spritzgießformenbau im Vergleich
  • Einteilung von Werkzeugstählen
  • Übersicht Kunststoffformenstähle
  • Wärmebehandlungsfehler als mögliche Ausfallursache von Werkzeugen
  • Einfluss physikalischer Kennwerte auf die Wechselfestigkeit am Beispiel von ES PRIMUS SL
Kay Rimmele
Rimmele Formentechnik. Welzheim.
14.30 Uhr
Durch Einsatz unterschiedlicher Werkzeugtechnologien zum wirtschaftlichen Fertigungskonzept
  • Wahl der Werkzeugtechnologien in Abhängigkeit der zu produzierenden Teilestückzahl und Teilequalität
  • Geringe thermische Massen durch isolierte Werkzeuge: Funktionsprinzip, Vor-/Nachteile
  • Konturnahe Kühlungen gebohrt, gelötet, beschichtet
  • Angebotsausarbeitung für den Kunden, verschiedene Werkzeugkonzepte (Low Cost, Standard, High End)
  • Einbindung von externen Dienstleistern wie „Ingenieurbüro Hannebaum“ zur Ermittlung der Zykluszeit und Festlegung von Kühlschemas im Werkzeug
15.00 Uhr
Pause
Dipl.-Ing. (FH) Andreas Schötz
Ingenieurbüro für Kunststofftechnik Schötz. Nürnberg.
15.15 Uhr
Wirtschaftliche Spritzgießfertigung beginnt beim Abmustern
  • Heutige Prozessanforderungen an die kunststoffverarbeitenden Unternehmen
  • Allgemeine Problemstellungen und Herausforderungen bei der Werkzeugabmusterung
  • Thermisches Gleichgewicht im Spritzgießwerkzeug
  • Einsatz der Infrarotmesstechnik im Bereich Spritzgießen
  • Thermische Fehlerquellen erkennen - aber wie?
Dipl.-Ing. (FH) Joachim Hannebaum
IngenieurBüro Hannebaum. Aalen.
15.45 Uhr
Patent: Verfahren zur Temperierung von Spritzgießwerkzeugen
16.00 Uhr
Zusammenfassung. Gespräche. Abschlusskaffee.
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