// Fachtag 2013

Fachtag Spritzgiesstechnik

Zukünftige Herausforderungen: Fokus Temperiersysteme und Temperiertechniken

Der Schutz von Temperiersystem und Temperiertechnik bei unterschiedlichen Bedingungen sowie spezielle Verfahren zur Fertigungsoptimierung waren Inhalte des Fachtags 2013.

Durch immer speziellere Anforderungen wird das Temperiersystem zunehmend filigraner und oft konturnah ausgelegt. Zudem werden höhere Werkzeugtemperaturen gefahren und in vielen Fällen eine Wechseltemperierung eingesetzt. Hierfür sind insbesondere die Verwendung von Hochleistungs- und technischen Kunststoffen sowie höhere Qualitätsanforderungen verantwortlich.

Als Temperiermedium wird fast ausschließlich Wasser verwendet. Vorteile sind, Wasser ist bis 80°C problemlos anwendbar, ist unbrennbar, günstig in der Beschaffung, überall verfügbar und umweltfreundlich. Die Nachteile jedoch sind, dass es nie in reiner Form vorliegt und es Inhaltstoffe in gelöster Form aufweist. Allein die Härtegrade in Deutschland schwanken zwischen 2-39 °dH.

Einen entscheidenden Einfluss auf eine gleichmäßige Abkühlung des Spritzlings bei gleichzeitig kürzester Zykluszeit haben Dimensionierung, Lage und Zustand von Kühlkanälen. Enge Kühlkanäle, hohe Temperaturen und die Integration von Heißkanaltechnik begünstigen aber Korrosion und ein Zusetzen durch Verunreinigungen.

Programminhalte

Schutzmaßnahmen: Korrosionsreduzierende Auslegung, physikalisch technische Wasseraufbereitung, chemische Wasserbehandlung, Korrosionsschutz-Beschichtungen, eine angepasste Temperiergerätetechnik und die thermische Auslegung mittels Simulation.

Fertigungsoptimierung: Das Verfahren MuCell mit Anwendungsbeispielen. Der Einsatz von Computertomographie.

// Programm

09.00 Uhr

Das Temperiersystem: wichtigste Funktionseinheit des Spritzgießwerkzeugs

  • Spritzgiesstechnische Vorgaben
  • Wärmeabfuhr im Detail
  • generelle Schadensursachen
  • mögliche Schutzmaßnahmen, Fragen

Dipl.-Ing. [FH] Joachim Hannebaum
IngenieurBüro Hannebaum. Aalen.

09.30 Uhr

Korrosionsreduzierende Auslegung der Kühlkreisläufe von Spritzgusswerkzeugen - Beanspruchungsparameter, Grundwerkstoffe, Beschichtungen

  • Im Kühlkreislauf derzeit anzutreffende Werkstoffe und Umgebungsbedingungen
  • Mögliche Korrosions- und Verschleißphänomene
  • Was ist Korrosion?
  • Verhalten der Werkstoffe unter den Umgebungsbedingungen
  • Zweckmäßigkeit der anzutreffenden Werkstoffe und Potential anderer Werkstoffe

Prof. Dr. Burkhard Heine
Maschinenbau & Werkstofftechnik. Hochschule Aalen.

10.00 Uhr

Demineralisiertes Wasser für die Spritzgießtechnik. Chance oder Risiko?

  • Salzarme Fahrweise
  • Kalkfrei – ohne Chemie – geht das?
  • Filtermöglichkeiten
  • Materialverträglichkeit in Verbindung zu pH-Wert, Leitfähigkeit
  • Zubehör für die Befüllung geschlossener Kreisläufe

Dipl.-Ing. VT [FH] Hans-Georg Breitmoser
UWS Technologie. Schrozberg.

10.30 Uhr

Pause

10.50 Uhr

Wasser als Temperiermedium und dessen Behandlung

  • Unterschiedliche Wässer und ihre Inhaltsstoffe
  • Beispiele aus der Kunststofftechnik
  • Aufbau und Funktion von Wassersystemen in der Kunststoffindustrie
  • Kalk, Korrosion, Mikrobiologie
  • Wie kann man die Probleme vermeiden / lösen?
  • Wasseraufbereitung und -behandlung, Systemsanierung
  • Richtwerte und Grenzwerte, Prüfsets

Dipl.-Ing. Hartwig Gohr
Schweitzer-Chemie GmbH. Freiberg.

11.20 Uhr

Korrosionsschutz für Spritzgießwerkzeuge

  • Korrosion und Korrosionsschutz
  • Wärmetauscher Spritzgiesswerkzeug
  • Schutz Temperiersysteme
  • Praxisbeispiele

Dipl.-Ing. [FH] Burkhard Hamer
NovoPlan GmbH. Aalen.

11.50 Uhr

Das Temperiergerät als modulare Einheit im Temperierkreislauf

  • auftretende Schadensfälle
  • direkte und indirekte Temperierung
  • Besonderheiten Wechseltemperierung und Hochtemperaturanwendung
  • Temperiermedien im Vergleich
  • Zubehör zur Prozessüberwachung und Wartungsreduzierung

Dipl.-Ing. [FH] Andreas Braun
E. Braun GmbH. Kammerstein.

12.20 Uhr

Mittagspause

13.30 Uhr

Simulation als Hilfsmittel bei der thermischen Werkzeugauslegung

  • Strömungsverlauf
  • Hotspots
  • Bestimmung der thermischen Masse
  • Einfluss von Rost und Kesselstein

M. Sc. Harald Class
IngenieurBüro Hannebaum. Aalen.

14.00 Uhr

Das MuCell-Verfahren und seine Auswirkungen für den Leichtbau von Kunststoffteilen

  • Grundlagen und Funktionsweise des Verfahrens
  • Auswirkungen auf die Konstruktion von Bauteilen
  • Reduktion von CO2-Emissionen
  • Beispiele von Serienprodukten mit MuCell und deren Wirtschaftlichkeit

Dr. Hartmut Traut & Dipl.-Ing. Uwe Kolshorn
TREXEL GmbH. Wiehl/Marienhagen.

14.30 Uhr

MuCell in der Praxis

  • Produktbeschreibung
  • Simulation
  • Verfahren/Maschine/Betriebsmittel
  • Kostenvorteil
  • Rückblick, Ausblick

Ralf Hesener
Kunststofftechnik Backhaus. Kierspe.

15.00 Uhr

Effiziente Qualifizierung von Kunststoffbauteilen mit Hilfe der Computertomographie

  • Grundlagen der CT Technologie
  • Analyse- und Messmöglichkeiten der CT Analyse Messtechnik von Kunststoffbauteilen mit eingeschränkter Formtreue durch Verzug
  • Soll-Ist-Vergleiche der realen Daten im Vergleich zu den CAD Datensätzen
  • Ausricht- und Korrekturproblematik von Kunststoffbauteilen an realen Beispielen

Dipl.-Ing. Steffen Hachtel
Hachtel Werkzeugbau GmbH & Co. KG. Aalen.

15.30 Uhr

Zusammenfassung. Gespräche. Abschlusskaffee.

// Tagungsort

All unsere Schulungsangebote finden im Hause von Zeiss statt. Es überzeugt vor allem durch seine hochwertige Ausstattung und dem ausgezeichnetem Catering. Informationen und Eindrücke erhalten Sie auf der Website des ZEISS Forums.

ZEISS Forum
Carl-Zeiss-Straße 22
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